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FORUM Herrenalber Modell e.V. Oldenburg, 27. Juni 2021

Gott gebe mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann.
Den Mut, Dinge zu ändern,
die ich ändern kann.
Und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.

Liebe Mitglieder im Forum Herrenalber Modell e.V.,

mit dem Gelassenheitsgebet habe ich im letzten Jahr ziemlich h genau um diese Zeit mein Begleitschreiben zum Burlo-Treffen im Herbst an Euch begonnen. Die Einladung war davon geprägt, dass Corona unser aller Leben stark beeinflusste. Wir alle wissen, wie es weiterging, und dass unser Treffen gerade in einen Zeitraum fiel, in der es möglich war, solche Veranstaltungen durchzuführen, war Glückssache. Oder vielleicht doch ein Geschenk unsrer Höheren Macht, damit wir uns nicht komplett aus den Augen verlieren.

Heute sehen wir ein Silberstreifen am Horizont. Viele sind geimpft; die Zahlen insgesamt erträglich und dennoch wird es auch in diesem Jahr vielleicht noch einige Überraschungen geben. Warten wir es einmal ab. Positives Denken ist uns, die wir mit dem 12-Schritte-Programm unser Leben gestalten dürfen, ja schon in Fleisch und Blut übergegangen.

Jetzt zum Wesentlich: Es gibt als Anlage die Einladung für das Herbsttreffen. Ihr werdet schnell feststellen, dass es nicht in Burlo stattfinden wird, sondern im schönen Münster. Ebenfalls in einem Kloster und zu dem von uns geplanten Termin. Ich sehe es als Bereicherung, wenn unsre Begegnungen uns immer mal wieder an neue Orte führen. Ich würde mich freuen, wenn Ihr es ähnlich seht und Eure Anmeldungen uns schnell ins Haus flattern. Zumal wir ja wohl alle ziemlich bedürftig sind, wenn es um Nähe, gute Gespräche und ein vertrautes Miteinander geht, und zwar mit „Körpereinsatz“ und nicht virtuell.

Programmentwurf, Einladung zur Jahreshauptversammlung kommt alles in den nächsten Wochen. Ideen und Wünsche für die Gestaltung unsres Wochenendes sind willkommen.

Das war es für heute. Abschließen möchte ich meinen Dank an unsere Freundin Anita, die, nachdem Burlo mit Bedauern wegen Corona den Termin abgesagt hat, ganz schnell diesen neuen Ort für uns gefunden und gesichert hat. Es ist schön, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, um unseren Verein mit Leben zu füllen.
In diesem Sinne liebe Grüße aus dem hohen Norden von

Hannelore Peters Anlagen
1. Vorsitzende Termin für Bad Wimpfen 29.04.-01.05.2022

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Als Anlage eine Text von Klaus von Ploetz:

Nit nit ay garabam
„Der Mensch ist des Menschen Medizin.“
Dieser Sinnspruch des afrikanischen Stamms der Wolof steht bis heute als spirituelles Motto über der Klinik für socio-psychosomatische Medizin, die vor
50 Jahren am 3. Mai 1971 von Dr. Walther Lechler in Bad Herrenalb eröffnet wurde.
Diese kleine Klinik, im Ortsteil Kullenmühle, mit knapp 40 Betten sollte der Geburtsort eines einzigartigen klinischen Modells werden, das
„Bad Herrenalber Modell“.
Die Menschen, die in dieses Haus kamen, Gäste genannt, durchliefen in ihrer Behandlung mehrere Stufen, die für sie unterschiedliche Türen öffneten. Die erste Tür war die zu sich selbst, hinter der sie zuvor im Gefängnis ihrer Scham, ihres vermeintlichen Unwerts und ihrer Gefühllosigkeit saßen. Die Entdeckung der Gemeinschaft der anderen, öffnete eine weitere Tür, hinter der sie Bindungs- und Beziehungsfähigkeit lernen konnten. Durch die Therapeutische Gemeinschaft, der innigen Begegnung und Nähe mit den anderen Gästen, die Bonding Psychotherapie und die Meetings in den 12 Schritte Gruppen, entstand emotionale Offenheit, das Gefühl endlich einmal sicher und ohne Beschämungen zu sein, ein neues und oft spirituelles Lebensgefühl. Die Fremdheit, die in vielen Kliniken zwischen Ärzten und Patienten herrschte, war hier aufgelöst durch ein direktes Du. Wie vieles Neue und auch Geniale wurde das Bad Herrenalber Modell von einigen konservativen Psychotherapeuten und Psychiatern als unwissenschaftlich angefeindet. Der Kern dieses Modells ist, wie wir heute sehr wohl wissen, evidenzbasiert. Das belegen die wissenschaftlichen Ergebnisse der Bindungstheorie nach John Bowlby, der Emotionsfokussierten Therapie von L. Greenberg und auch der Achtsamkeitstherapie von J. Kabat-Zinn. Auch die direkten Katamnese-Untersuchungen zeigten deutlich bessere Effekte, auch im Vergleich zu anderen Kliniken (Metaanalyse, A. Steffanowski, W. Wittmann et.al. 2007).
Das Bad Herrenalber Modell ist mit 50 Jahren nicht nur erwachsen geworden, sondern hat sich in vielen Ausprägungen, in anderen Kliniken auch weiterentwickelt. Es stand Pate für viele Kliniken in Deutschland, die mit der Therapeutischen Gemeinschaft arbeiten und war eine Quelle der Inspiration und Spiritualität für viele Patienten und Therapeuten.
Deshalb lasst uns zusammen, jeder an seinem Ort, diese tiefe Lebensfreude aus emotionaler Offenheit und körperlicher Nähe feiern.
Das Bad Herrenalber Modell lebt. Darum achtet gut auf diesen Schatz und seid mit uns die Bewahrer des Feuers. Wir tragen es auch heute noch in unserem Leben, in einigen Kliniken, im „Förderkreis für Ganzheitsmedizin“ und in vielen Wochenendworkshops weiter.
Als Erinnerung an das 50jährige Jubiläum laden wir Euch deshalb ein, am 3. Mai 2021 eine virtuelle Umarmung in Form eines Fotos oder Videoclips über die sozialen Medien oder Eure Webseiten zu posten.

Ihr könnt alle mit dabei sein!
Klaus von Ploetz, ehemaliger Chefarzt der Klinik Bad Herrenalb

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Im Dezember 2020

Liebe Mitglieder des Forums Herrenalber Modell,
liebe Freundinnen und Freunde!

Im letzten Weihnachtsbrief steht, dass wir die Termine für 2020 gemacht haben und dass wir uns darauf freuen, mit Euch gemeinsam den Weg der “ansteckenden Gesundheit” weiter zu gehen.

Was daraus geworden ist, wissen wir alle. Das Großartige ist in diesem Fall, dass es eine „Corona-Nische“ gab, in der das Treffen in Burlo stattfinden konnte.

Im Moment ist das Zauberwort „Akzeptanz“. In Verbindung mit unserem 12-Schritte-Programm – und hier ist der 3. Schritt gefragt – bin ich der Meinung, dass wir ein gutes Werkzeug in der Hand haben, um diese schwierigen Zeiten zu meistern.
Auch zu diesem Zweck gibt es seit kurzem unsere Telefon-Gesprächsrunde, zu der sich jeden Samstag um 17.00 Uhr jeder zuschalten kann, der daran teilnehmen möchte. Die Verbindungsdaten sind

Einwahl-Rufnummer 0211-4911111
Konferenznummer 84469, danach die Raute-Taste #
Konferenz-PIN 99239

Ein paar regelmäßige Teilnehmer gibt es schon. Es dürfen gerne mehr werden. „Der Mensch ist des Menschen Medizin“ – unser Motto, weil es hilft miteinander zu sprechen. Miteinander schaffen wir es.

Für heute wünsche ich Euch eine friedliche Adventszeit, ein harmonisches Weihnachtsfest und für 2021 Gesundheit und Zufriedenheit.

Hannelore Peters
1. Vorsitzende

Die Termine für das Jahr 2021:
01.10. – 03.10.2021 Herbsttreffen in Borken-Burlo

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Herbsttreffen Burlo

Unser Herbsttreffen begann am Freitag mit dem gemeinsamen Mittagessen.

Wir sprachen über unsere Abstinenzregeln. Das „Ich kann mich zurückziehen“ gab es schon in allen Religionen usw. Walther hat die Abstinenzregeln erweitert. Das Prinzip auf Dinge zu verzichten und somit eine Fokussierung auf das Verzichten gelegt. Man entscheidet sich darauf, Dinge, die man Ablegen möchte, zu lassen. Alle Suchtstoffe, keine bestimmten Medikamente, kein Nikotin. In der Klinik ging man eine Woche nicht alleine raus, aber zusammen mit anderen und es gab keine sexuellen Eskapaden. Drei Stunden jeden Tag Joggen ist auch süchtig, kein Handy und kein Internet. Immer weniger Jungen gehen zum Gymnasium, weil sie immer mehr E-Spiele machen.

Wir trafen uns in einen großen Raum mit genügend Abstand und einem Luftreinigungsgerät.

Aus aktuellem Anlass war Corona ein wichtiges Thema. Denn das besondere ist: Das Virus gab es nur in der Tierwelt. Der Übertragungsweg ist wohl von einer bestimmten Fledermausart, über Gürteltiere und Affen zum Menschen. Ob das Virus evtl. durch eine Forscherin, die schon immer mit Schutzkleidung in den Höhlen der entsprechenden Fledermausart gearbeitet hat, übertragen wurde oder eben der Weg über Fledermaus und dann ein weiteres Tier wie das Gürteltier, ist noch nicht klar.

Das Hauptproblem der Übertragung sind die ersten zwei bis drei Tage vor den ersten Symptomen. Die Infektion geht fast ausschließlich über die Luft. Das Virus ist UV-reversibel, kann jedoch auf glatten Oberflächen 28 Tage im Dunkeln leben. 1. Die Übertragung findet in großen Tropfen über den Husten statt. 2. Aerosole sind gefährlicher und verbreiten sich im Raum durch Sprechen, Singen, Fans im Stadion. Aerosole halten sich hauptsächlich in geschlossenen Räumen.

Alltagsmasken: Die Maske ist nützlich, weil sie die Aerosolbildung vermindert. Es geht nicht um meinen Schutz, sondern um den Schutz der anderen. Die Asiaten haben es da einfacher. Der relative Schutz ist wichtig. Ein 15-minütiges Gespräch mit einem Infizierten kann zur Infektion führen. Das Virus vermehrt sich erst im Mund und Rachenraum. Wenn sich eine Lungenentzündung entwickelt, kommt es zu Thrombosen und er Blutdurchfluss in der Lunge wird verhindert. Für milde Verläufe ist es wichtig, dass nur der Mund-, und Rachenraum betroffen ist. Bei schweren Verläufen mit Thrombosen können Hirn, Herz, Leber betroffen sein und kann zu Schlaganfällen führen. An Corona Erkrankte habe vereinzelt auch Psychosen entwickelt. Bei der Behandlung wird erst Cortison und Blutverdünner gegeben. Bei jüngeren Menschen ist das Immunsystem noch flexibler und kann sich leichter verändern. Bei älteren Menschen kann das Immunsystem überreagieren, und daher wird bei der Behandlung Cortison gegeben.

Wie tödlich ist die Krankheit? Es gibt erste Berichte über eine zweifache Infektion. Masken: Durch Vliesstoff geht zu viel Aerosol. Die Maske darf nicht feucht werden. Alter und Vorerkrankungen spielen auch eine Rolle.

In der Tradition der Klinik haben wir am Samstagvormittag einen Film gesehen mit anschließendem Austausch. Diesmal gab es den Film „Rocketman“. Hier wird die Biografie von Elton John gezeigt. Seine Musik inspiriert Millionen Menschen. Sein Kindername ist Reginald Dwight. Seine Kindheit ist davon geprägt, dass er sich Liebe wünscht. Den Menschen Elton John hinter den Masken wie Rocketman (Astronaut) wieder als Menschen erkennbar zu sehen. Und eine der Fragen war für uns: „Was tragen wir für Masken?“

Elton John ist heute seit 30 Jahren trockener Alkoholiker.

Über die jährliche Mitgliederversammlung, die während des Treffens stattfand, gibt es ein Protokoll.

Viel Zeit und Raum haben wir mit der Familienaufstellung verbracht. Insgesamt haben drei Teilnehmer unseres Treffens ihre Familie aufgestellt. Teilweise wurde deutlich, dass noch wichtige Informationen fehlen, aber in jedem Fall war erkennbar, wie die Familiendynamiken über mehrere Generationen hinweg wirksam werden. Das ist eine der besonderen Qualitäten dieser Methode, diese Zusammenhänge spürbar werden zu lassen.

Abends gab es immer Meetings ( EA-Meeting und Coda-Meeting).
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Liebe Mitglieder, liebe Freunde,

Jutta Neumann ist im Februar von uns gegangen, vielleicht nur wie jemand wie sie gehen konnte.
So wie sie in ihrer therapeutischen Arbeit für viele durchs Feuer gegangen ist, und manchem die Hölle heiß machte.
Bedingt durch Corona und durch alle verbrannten persönlichen Dokumente, kommt es erst jetzt zu einer Beerdigungsfeier.
Wer ihr ein letztes Geleit und auch Würde und Respekt geben will, ist zur Feier am 30. Juli 2020 um 17:30 Uhr auf den Friedhof nach Ebersbach-Seltz eingeladen.
Adresse:
18 Rue de Eglise
67470 Ebersbach-Seltz Alsace

Au revoir Jutta

 


FORUM Herrenalber Modell e.V.                                                                                   Im März 2020

Liebe Mitglieder des Forums Herrenalber Modell, liebe Freundinnen und Freunde,

das Corona-Virus macht auch vor uns nicht halt.
Die Wochenendveranstaltung im Kloster Bad Wimpfen, die vom 01. bis 03.05.2020 geplant war, muss aufgrund der aktuellen Situation abgesagt werden.
Für die bereits Angemeldeten entstehen keine Kosten.
Ob unser Pfingsttreffen in der bisher üblichen Form stattfinden kann, werden wir zu einem späteren Zeitpunkt prüfen und entscheiden. Wir werden Euch rechtzeitig informieren.

Soziale Kontakte sind für alle Menschen wichtig, für viele aus unseren Reihen ganz be-sonders. Darum lass uns gut aufeinander aufpassen. Vielleicht einmal mehr jemanden anrufen oder eine Email oder SMS schicken. Oder einfach eine Postkarte.
Meetings finden inzwischen auf online statt. Einfach mal suchen, was sich anbietet.

Viele von uns haben große Krisen und schwere Zeiten durchgemacht und überwunden. Das werden wir auch mit dieser momentanen Herausforderung schaffen.

Ich wünsche allen Gesundheit und einen positiven Blick auf die Dinge, die wir  in irgendeinen Bereich unseres Lebens trotz allem haben.
Wenn Ihr Fragen oder Wünsche habt, schreibt mich bitte an.

Liebe Grüße
Hannelore Peters
1. Vorsitzende


FORUM Herrenalber Modell e.V.                                                            Im Dezember 2019

Liebe Mitglieder des Forums Herrenalber Modell,
liebe Freundinnen und Freunde,

wieder ist ein Jahr ins Land gegangen. Das Jahr 2019 hat unserem Verein leider nicht die gewünschten Zuwächse an Mitgliedern beschert; wir freuen uns aber über jeden, der sich unserem gemeinsamen Ziel, mit dem 12-Schritte-Programm das Leben zu gestalten, anschließt. Unsere jährlichen Treffen sind zahlenmäßig nicht groß, aber sehr intensiv, und alle Beteiligten haben die Möglichkeit, ihre Ideen einzubringen und die Wochenenden mit zu gestalten. Bei der Gelegenheit: Es dürfen auch Freunde mitgebracht werden, die keine Mitglieder sind.

Auch für 2020 sind die Termine gemacht, und wir freuen uns darauf, mit Euch gemeinsam den Weg der “ansteckenden Gesundheit” weiter zu gehen. Der Wunsch, dass sich weitere Freundinnen und Freunde in unseren Verein einbinden, ist immer groß.

Da das Angebot des 12-Schritte-Programms in Kliniken eher abnimmt, ist es unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass vielen Menschen der Zugang zu diesem wunderbaren “Lebensaufräumprogramm” ermöglicht wird.

Für heute wünsche ich Euch eine friedliche Adventszeit, ein harmonisches Weihnachtsfest und für 2020 Gesundheit und Zufriedenheit.

Hannelore Peters
1. Vorsitzende


Bericht über das

Vereinswochenende in Burlo vom 03.10. – 06.10.2019

Wie an allen unseren Wochenend-Veranstaltungen in den letzten Jahren gab es auch in diesem Jahr im Kloster Burlo wieder viel Programm, viel Spiritualität, liebevoller Umgang miteinander, gemeinsame Mahlzeiten, Meetings, aber auch morgens Stille, Meditation, Morgenspaziergang. Alles da. Die Jahreshauptversammlung wurde auf den Freitag verlegt, da wir ja ein “langes” Wochenende hatten.

Am Donnerstag Beginn mit gemeinsamem Mittagessen, Zimmerverteilung und anschließend Vorstellungsrunde und die Programmplanung, wo jeder noch das einbringen konnte, was zur Gestaltung unseres Wochenendes bereichernd ist. In Anbetracht der Tatsache, dass wir dieses Wochenende in einem sehr kleinen Kreis waren, gab es nachmittags noch Zeit, von 2 gewählten Kassenprüfern die Kasse prüfen zu aßen. Ein EA-Meeting gab dem Tag einen guten Abschluss.

Der “kleine” Kreis ist natürlich bedauerlich, heißt es doch, dass viele Freunde des Bad Herrenalber Modells sich diese “Tankstelle für spirituelle Kraft” nicht in Anspruch nehmen. Das Miteinander ist einerseits noch intensiver. Andererseits kann eine kleine Runde auch kurzfristig Änderungen im Programm vornehmen, wenn Vorschläge gemacht werden. So hat alles immer zwei Seiten. Gut, dass unser Lebensprogramm uns gelehrt hat, das so zu sehen.

Unsere Tage begannen mit der Meditation, dem Spaziergang und dem gemeinsamen Frühstück. Am Freitag wurde der Tagesordnungspunkt “Inventur des Vereins” hinzugenommen. Dazu gibt es einen gesonderten Bericht, der ganz bewusst als persönlicher Brief an alle Mitglieder geschickt wird. Das Protokoll der Jahreshauptversammlung wird noch allen Mitgliedern zugesendet.

Rolfs Vortrag zum Thema “Herrenalber Modell – Wie alles angefangen hat, enthielt wie immer sehr viele Informationen und Erlebnisse, die uns die Geschichte der Klinik nahebrachten.

Der Abend war gefüllt mit einer “Gesprächsrunde in freier Gestaltung” und anschl. Meditation. In dieser Gesprächsrunde konnte jeder seine gerade anliegenden persönlichen Themen einbringen, und es ergab sich daraus ein gemeinsamer Gedankenaustausch.

So eingestimmt konnten wir am Samstagvormittag den Film “Good Will Hunting” zusammen anschauen. In dem anschließende Austausch ergaben sich wie immer völlig neue Sichtweisen, die ich allein nicht bekommen hätte. Rolfs Erläuterungen zeigen dann noch einmal auf, was an diesem Film bedeutend ist. In diesem Fall, dass sichtbar wurde, wie Therapie wirken kann. Das darzustellen ist sehr schwierig. In diesem Fall total gelungen. Tipp: Anschauen, wer ihn noch nicht kennt

Am Samstagnachmittag wurde unser Flyer gemeinsam überarbeitet, der neu aufgelegt wird.

Noch ein Bonbon von Rolf im Anschluss: Ein Vortrag über Alkohol als Metapher. Hintergrund ist das Thema, dass für jede Sucht/Störung (Gefühlsstörungen, Essen, Spielen, Co-Abhängigkeit etc.) diese Metapher benutzt werden kann. In dem 12-Schritte-Programm müssen nur wenige Worte ausgetauscht werden. Und es funktioniert für alles.

Abends dann ein CoDA-Meeting.

Am Sonntag wurden Vorfälle, Rückfälle, Hilferufe gehören fest zum Programm. Einige Themen sind inzwischen wichtige Rituale geworden, so wie die Fastenregeln uns, die wir ja manchmal nicht ganz so strukturiert durch unser Leben kommen, eine gute Sicherheit geben.
Ich wünsche Euch eine farbenfrohe, besinnliche Herbstzeit. Weitere Post an Euch ist in Vorbereitung.

Hannelore Peters
1. Vorsitzende


Als Ehemalige der Adula Klinik von 2016 nehme ich an den Frühjahrs- und Herbsttreffen des Forums Herrenalber Modells teil. Es tut mir gut einige Tage in der Gemeinschaft zu leben mit den Fastenregeln, die mir aus der Adula bekannt waren. Die Tage werden gemeinsam gestaltet von der Meditation und Spaziergang, mit Vortrag und der Arbeit im Komitee über Rückfälle, Hilferufe und Vorfälle sowie Meetings u.v.m. Der Austausch und das Getragen werden in der Gemeinschaft bereichert mein Leben. Von einem intensiven Treffen nehme ich immer wieder etwas mit in meinem Alltag. Während des Herbsttreffens wurde ich mit meiner Bindungsfähigkeit und Vertrauen in Kontakt gebracht und wie integriere ich meine frühen Erfahrungen, die mit Angst und fehlender Sicherheit verbunden sind. Mein ängstlicher Anteil ist, dass meine sichere Basis immer mal wieder brüchig wird. Je mehr Vertrauen ich aufbaue desto weniger Sicherheit brauche ich, da es sich gegenseitig bedingt.
Anita


“Unser” Pfingsttreffen 2019 in Bad Herrenalb vom 08.06. – 09.06.2019

Wenn ich “unser” Pfingstreffen schreibe, dann nur, um deutlich zu machen, dass es “das” Pfingsttreffen ja schon vor der Gründung des Forums gab.
Es war damals getragen von dem in der Klinik praktizierten Therapieangebot, der Mischung aus Professioneller Hilfe und Selbsthilfe mit dem 12-Schritte-Programm, mit Fastenregeln und der Therapeutischen Gemeinschaft.
Ich könnte auch sagen: Walthers wunderbares Genesungskonzept, mit dem viele von uns ins Leben zurück katapultiert wurden.
Als das wegbrach, gründete sich “unser” Forum mit dem einzigen Zweck, so viel wie möglich von dem zu erhalten, was heute nur noch in zwei Kliniken angeboten wird.
Dass der Förderkreis, der das “große” Angebot zu Pfingsten mit Literatur-Verkauf und Vorträgen ausrichtet, sehe ich als zusätzliche Möglichkeit für die Ehemaligen, sich zu Pfingsten zu treffen und sich über jeden zu freuen, der noch auf dem Genesungsweg dabei ist.
“Unser” Pfingsttreffen hat sich darauf ausgerichtet, an einem Tag, nämlich dem Samstag, ein Stück Klinikalltag am Leben zu erhalten. Wie früher in der Klinik gibt es vormittags einen Film mit anschließendem Gedankenaustausch und nachmittags ein Ehemaligen-Treffen.
Und die Tatsache, dass Michl Oppl, der Chefarzt in der damaligen Klinik war, sich in jedem Jahr die Zeit nimmt, diesen Tag mit uns zu gestalten, bringt uns noch näher an die spirituelle Erfahrung, die wir mit diesem Genesungsprogramm immer wieder machen.
In diesem Jahr war Rolf Krause (“unser” 2. Vors.), der auch in der damaligen Klinik als Oberarzt tätig war, etwas mehr gefordert und führte durch das Ehemaligen-Treffen am Samstagnachmittag.
Der Tag war gefüllt von guten Gesprächen, einem regen Interesse an dem Film “Rhythm is it”, das durch den anschließenden Austausch noch intensiviert wurde. Wie immer: zu empfehlen.
Das Ehemaligen-Treffen war gut besucht. Ein schöner Nachmittag mit Berichten über die Lebenswege nach der Therapie, Wiedersehensfreude und Hoffnung-machenden Geschichten, wie das Leben gelingen kann, wenn wir unser “Werkzeug” einsetzen, das uns die Therapie und die Meetings geschenkt haben.
Um 10.00 Uhr am Sonntag gab das offene Meeting noch einmal Gelegenheit zum Austausch. Walther Lechler hat immer die Meinung vertreten, dass alle Süchtigen, egal ob Alkohol, Drogen, Essen, Spielen, Co-Abhängigkeit etc. unter einem AA-Dach genesen können. Das denke ich auch. Mein Zusatz ist dann jedoch, dass jeder ein zusätzliches Meeting finden sollte, das sich ausschließlich mit seiner Sucht befasst. Warum? Nur ein Alkoholiker wird verstehen, wie ein anderer Alkoholiker tickt; nur ein Spieler wird einen anderen Spieler voll verstehen können. Und so ist es mit jeder Sucht.
Mein abschließender Gedanke zu diesem Wochenende: es ist ganz wichtig , dass wir Gelegenheiten schaffen, zu denen wir mit den Menschen, die irgendwann in einer 12-Schritte-Klinik den Weg ins Leben gefunden haben, zusammenkommen und Raum und Zeit für Gespräche habe.
Je weniger Kliniken das Therapiekonzept “Bad Herrenalber Modell” anbieten, umso mehr sind wir, die wir das Glück hatten, damit den Genesungsweg einzuschlagen, aufgefordert, diese Räume zu schaffen.
Das Forum Herrenalber Modell schreibt es sich auf die Fahne, solche Möglichkeiten für alle finanziell erschwinglich zu schaffen, und je mehr wir sind, umso mehr können wir weitergeben.
Einige ehemalige Patienten haben den Weg an diesem Wochenende wieder zu uns gefunden, und darüber freue ich mich ganz besonders.
Unser nächstes Treffen wird in Burlo sein. Die Einladungen dazu gehen allen Mitgliedern demnächst zu.
Termin schon mal vorab: 03.10. bis 06.10.2019

Das Frühjahrstreffen in Bad Wimpfen wird vom 01.05. bis 03.05.2020 stattfinden.

Ganz liebe Grüße von Hannelore
(1. Vors. Forum Herrenalber Modell e.V.)


Nachruf Walter Lechler

Am 4. Advents-Sonntag, den 22. Dezember 2013, ist Dr. Walther Lechler im gesegneten Alter von 90 Jahren gestorben.
Walther war ein Arzt im besten Sinn des Wortes, der nicht nur vielen Menschen ein Lehrer, Helfer und Begleiter war, sondern auch sich selbst mit großer Offenheit und Berührbarkeit immer wieder auf Neues eingelassen hat. Ehrlichkeit, Offenheit und Bereitschaft zu neuen Erfahrungen waren für Walther wesentlich, um die eigene Geschichte wieder finden zu können.
Von 1971 bis 1988, in seiner Zeit als Chefarzt der sozio-psychosomatischen Klinik im Ortsteil Kullenmühle in Bad Herrenalb, begründete Walther das Bad Herrenalber Modell. Hier verwirklichte er seine Lebensschule, wo das Sich-Einlassen auf Begegnung im Mittelpunkt stand. Er verwendete das Wortspiel “im Leben lebend, leben lernen“, um diese Lebensschule zu beschreiben und prägte Begriffe wie “Hilfe zur Selbsthilfe”, “Sprache des Herzens”, “Un-Sinn”, “sobria ebrietas – nüchterne Trunkenheit”, “ansteckende Gesundheit” etc.
Während seines Aufenthaltes in Amerika hatten ihn seine persönlichen spirituellen Erfahrungen bei den Anonymen Alkoholikern tief geprägt. Dort lernte er auch die humanistische Psychologie kennen. “Über diese Erfahrungen entstand in mir mehr und mehr der Gedanke und die Einstellung, dass alles Kranke im Grunde Ausfluss einer ungenügenden, unzureichenden Haltung dem Leben gegenüber ist. So wuchs in mir mehr und mehr der Gedanke, dass es weniger um Behandeln geht, sondern eine Ausbildung für das Leben erfolgen muss.” (Dr. Walther Lechler). Aus diesen persönlichen Erfahrungen heraus wurde die Lehr- und Lern-Gemeinschaft und das 12- Schritte-Programm zu einem wesentlichen Bestandteil der Lebensschule.
1969 hatte er im Zusammenhang mit der Einrichtung Daytop den amerikanischen Arzt und Psychoanalytiker Dr. Daniel Casriel kennengelernt. Casriel hatte mit seinem New Identity Process (später umbenannt in Bonding-Psychotherapie) eine Methode entdeckt, die es ermöglichte, das Unaussprechliche in uns zum Ausdruck zu bringen. Walters Erfahrungen bei Dan sollten ein zusätzlicher Baustein dieser Lebensschule werden. Den Begriff Bonding, der ursprünglich aus der Säuglingsforschung übernommen wurde, verstand er dabei in einem weiten und umfassenden Sinn. “Das Wort Bonding bedeutet auch Liebe, Leben, Nähe, Vertrauen, Hingabe, Fähigkeit, und wenn wir durch alle menschlichen Beziehungen hindurchgegangen sind, dann bedeutet es auch Glaube und unseren unmittelbaren Bezug zu Gott. Und in diesem Bonding ist auch ausgedrückt, dass wir biologisch, körperlich, anatomisch, so wie wir miteinander jetzt leben, angelegt sind auf die Erfüllung unserer Bedürfnisse, der ursprünglichsten Bedürfnisse, nämlich satt zu werden und zwar nicht nur, wie wir es im Körperlichen erleben, sondern innerlich satt.” (Dr. Walther Lechler)
Walther erkannte früh die heilende Kraft der Gemeinschaft. Einer seiner Lieblingssprüche war „Der Mensch ist des Menschen Medizin“. In seiner Lehr- und Lern- Gemeinschaft war die Begegnung daher von zentraler Bedeutung. “Eine Lebensschule ist für mich ein Ort, an dem Menschen, die Lebenshilfe brauchen, mehr finden können als Anwendungen oder Behandlungen, wie Therapien von den Krankenkassen genannt werden. Ein Ort, wo Hilfesuchende mit dem eigentlichen Leben in Kontakt kommen und ihr wahres Selbst finden können. Wo der Therapeut ein Begleiter, Zeuge und Mut-Macher ist und der Patient ein Lernender. Ein Schüler, der bis dahin nicht die Möglichkeit gehabt hat zu lernen, was er zu einem erfüllten Leben gebraucht hätte. Ein Neugieriger auch, der Neues erfahren will. So wie wir alle unser Leben lang Lernende bleiben, wenn wir nicht bereits innerlich gestorben sind. Wo Menschen sich gegenseitig ermutigen in einem Lernprozess, in dem der Mitmensch und Freund heilsam ist, der mit uns in einer existentiellen Not ein Stück Weg geht. Damit wir selber die Antworten finden können, die wir brauchen, um uns verantwortlich als Erwachsene dem Leben mit seiner enormen Vielseitigkeit mit unserer ganzen Potenz zu stellen.” (Dr. Walther Lechler)
Walther war ein großer Geschichtenerzähler und so möchten wir hier mit einer Sufi-Geschichte enden, die er gerne als Beispiel genommen hat für das, worum es bei einer nachhaltigen Genesung eigentlich geht. “Es war einmal, dass der Mullah einen erfolgreichen Weg fand, seine Lebensgrundlage zu bestreiten: nämlich durch Schmuggel. Jede Woche überschritt er einmal die Grenze zwischen Persien und Griechenland mit zwei Eseln, beladen mit jeweils einem großen Ballen Stroh. Jedesmal, wenn er die Grenze überschritt, durchsuchten die Zollbeamten ihn und die Last der Esel – fanden jedoch nur Stroh. Der Mullah wurde allerdings reicher und reicher, was jeder wusste. Und Woche für Woche versuchten die Zollbeamten verzweifelter etwas zu finden, aber alles war umsonst – sie fanden nichts. Viele Jahre danach zog sich der Mullah in den Ruhestand nach Ägypten zurück. Ein ehemaliger Zollbeamter besuchte ihn dort und stellte die Frage: „Mein lieber Mullah, wir wussten genau, dass Du auf deinen Reisen zwischen Persien und Griechenland irgendetwas geschmuggelt hast, während all dieser Jahre. Jetzt, wo du in Sicherheit bist und außerhalb der Gefahrenzone, kannst Du mir nicht sagen, was du die ganze Zeit geschmuggelt hast?” “Ja, mein Freund”, sagte der Mullah, “Jetzt, wo du genauso frei und befreit bist von deiner Verantwortung, kann ich dir sagen, dass ich Esel geschmuggelt habe!”
Walther kommentiert diese Geschichte in dem Sinne, dass es dem Sufi um die Wandlung der Person geht, die zu ihm kommt. Dies bedeutet, die Unterweisung für die Seele in einen Menschen hineinzuschmuggeln, während das Bewusstsein in die andere Richtung schaut.
Walther war ein großherziger Lehrer, Mentor und Begleiter für alle, die das Glück hatten, von ihm lernen zu dürfen. Mit großer Dankbarkeit und Zuneigung bleiben wir ihm auch über den Tod hinaus verbunden.
Jeff und Julia Gordon
Die Zitate stammen aus: “Von mir aus nennt es Wahnsinn” (Dr.Lechler/J.Lair) und “Wach auf und Lebe!” (Dr. Lechler/A. Meier)


Nachruf Martina Weis

Nach kurzer schwerer Erkrankung ist Martina, die erste Vorsitzende unseres Vereins, plötzlich, unerwartet und viel zu früh verstorben. Wir sind schockiert und zutiefst traurig, denn wir haben einen wunderbaren Menschen verloren.
Martina war seit der Gründung im Jahre 2005 Mitglied in unserem Verein und beteiligte sich engagiert an der Aufbauarbeit. Anfangs war sie in der Funktion als Schriftführerin im Vorstand tätig, ehe sie im Sommer 2006 die Funktion als erste Vorsitzende übernahm. In den folgenden Jahren wurden unter ihrer Leitung die Aktivitäten des Vereins erheblich erweitert. Nach dem Umbau des Internetauftritts, den Martina auch anschließend ständig begleitete und moderierte, wurden vor allem die regelmäßigen Treffen im Sinne des Herrenalber Modells aufgebaut. Zu den Treffen in der Klinik kamen das Treffen im Kloster Burlo, die Fortführung des Pfingsttreffens, nachdem dieses von der Klinik aufgegeben worden war, und die programmatische Übernahme der Treffen in Rastatt in jedem Frühjahr.
Es waren Martinas Einsatz und ihr unermüdliches ehrenamtliches Wirken, das diese Entwicklung möglich machte. Gleichzeitig war sie mit der Betreuung der Homepage auch der erste Ansprechpartner für alle Mitglieder und Interessenten. Sie vertrat die Grundgedanken des Herrenalber Modells mit einer Hingabe und Überzeugung, die aus der eigenen guten Erfahrung gespeist waren.
Unser Verein hat einen liebenswerten Menschen verloren, aber auch eine hoch engagierte Vorsitzende, die den Verein wesentlich geprägt hat. Zuletzt hatte sie mit viel Vorfreude noch das Treffen im Kloster Burlo vorbereitet und hatte auf die Feier zum 10 jährigen Bestehen des Vereins im nächsten Jahr hin gefiebert.
Liebe Martina, wir werden die Arbeit im Verein fortsetzen und wir werden dein Wirken immer in guter Erinnerung bewahren. Aber wir vermissen dich und dein Lachen, dein Engagement, deine konstruktiven Vorschläge und alles, was Du dazu getan hast, schon jetzt schmerzlich. Das zeigt sich auch in der großen Betroffenheit und Anteilnahme, die aus dem Kreis der Mitglieder gekommen ist.
Wir sind dankbar, dich gekannt zu haben und mit dir ein Stück Leben gemeinsam gegangen zu sein, und wir sind dankbar für das Viele, was Du dazu beigetragen hast.
Rolf Krause
2. Vorsitzender
Ich habe einen sehr guten Freund verloren. Vielen Dank Martina, für über 20 Jahre intensive Freundschaft.
Christoph Stöhr – Webmaster, Forum Herrenalber Modell e.V.