Fastenvereinbarung im Sinne des Herrenalber Modells

Wenn ich mich selbst, meinen Körper und meine Gefühle nicht wahrnehme, dann geht das Leben an mir vorbei.

Die psychosomatische Klinik Bad Herrenalb hat in vielen wissenschaftlichen Studien belegen können, dass ihre Behandlung zu den erfolgreichsten auf dem Gebiet der Psychosomatik gehört. Die wissenschaftlichen Arbeiten belegen, dass die Patienten hier wesentliche Besserungen im Bereich ihrer psychischen Grundleiden im Vergleich zu den meisten anderen Kliniken erleben.

Diese sehr guten Ergebnisse sind auch deshalb möglich, weil in der ganzen Zeit des stationären Aufenthaltes Gesundheitsvereinbarungen bestehen, die es möglich machen, dass ein neues Gesundheitsverhalten eintreten kann, wo vorher selbstschädigendes Verhalten zu finden war.

Deshalb verstehen wir unter diesen Gesundheitsvereinbarungen einen bewussten und freiwilligen Verzicht auf Gewohntes, wie z.B. stundenlanges Fernsehen, Internet surfen etc. mit dem üblichen Ergebnis zunehmender Leere und Unerfülltheit. Diese „Kaugummis“ für Augen, Ohren und Gefühle können jetzt durch ein neues gesünderes Verhalten ersetzt werden.

Diese Gesundheitsvereinbarungen werden auch oft Fastenregeln genannt. Ein bewusstes Fasten führt meist zu dem Erlebnis, auf eine andere und neue Art satt zu werden. Es geht also darum sich selber neu anzunehmen und für die Zeit der stationären Behandlung das bisherige zwanghafte Verhalten gegen ein anderes Verhalten einzutauschen (z.B. Abnehmen oder Übersessen).

Die Gesundheitsvereinbarungen können für Dich erreichen, anstatt der gewohnten Leere und Unerfülltheit Raum für neue Erfahrungen zu schaffen. Wir wählen von vorne herein die Anrede „Du“ statt „Sie“, weil dadurch die Direktheit seelischer Anliegen in der Therapie leichter erreicht werden kann.

Die Chance dieser Gesundheitsvereinbarungen liegt unserer Erfahrung nach darin zu erkennen, was mit uns passiert, wenn wir uns nicht mehr mit all den Dingen und Aktivitäten umgeben können, mit denen wir gewohnheitsmäßig unangenehme Gefühlszustände überdecken. Je mehr wir außen weglassen um so mehr kommen wir nach innen und damit zu uns selbst und den Fragen: Was fühle ich überhaupt?

  • Wie gehe ich mit meinen Gefühlen um?
  • Wie gehe ich mit anderen um?
  • Wie gehe ich mit mir um?
  • Wie gehen andere mit mir um?

Die Gesundheitsvereinbarungen schließen im Sinne eines „Fastens“ folgendes Verhalten während des gesamten Aufenthalts aus:

  • Genuss von Alkohol (auch alkoholfreiem Bier, Wein, Sekt)
  • Genuss von Nikotin
  • Genuss von Drogen aller Art, außer medizinisch verordneten Medikamenten
  • Gewalt in Wort und Tat
  • Genuss von Kaffee und schwarzem Tee, außer bei den Mahlzeiten
  • Verzehr von Nahrungsmitteln außerhalb der Mahlzeiten
  • Selbstverletzendes Verhalten
  • Eingehen exklusiver Zweierbeziehungen
  • gegenseitige Besuche auf den Zimmern
  • Sexuelle Kontakte und Romanzen zu Mitteilnehmenden
  • Benutzen von TV, Kino, Radio, CDs, Handy, Computer (Internet) (nach eigener Einschätzung)
  • Spiele (Glücks- Geldspiel)
  • Die Bereitschaft sich ansprechen zu lassen, wenn sich jemand in der Gemeinschaft selbstschädigend verhält

Diese Liste ist notwendigerweise unvollständig, da Menschen oft ganz individuelle Wege suchen um einem erfüllten Leben auszuweichen.

In dem Du diese Gesundheitsvereinbarungen annimmst, kannst Du folgende Erfahrungen machen: (wie es viele ehemalige Patienten in ihren Rückmeldungen auch bezeugen – siehe Anhang)

  • Wieder gutes Gefühl der Geborgenheit in Dir selber finden.
  • Die Möglichkeit, wirklich intensiv an Deiner Genesung arbeiten und einen vollen „Werkzeugkoffer“ hilfreicher Erkenntnisse, wirksamer Verhaltensweisen und nützlicher Gewohnheiten mit nach Hause nehmen. Dieser „Werkzeugkoffer“ wird Dich in zukünftigen Krisenzeiten in die Lage versetzen, diese ohne zwanghafte und süchtige Verhaltensweisen bewältigen zu können.

Zu Beginn der stationären Behandlung erhältst Du auch die Möglichkeit diese Gesundheitsvereinbarungen, die wir Dir gerne auch nochmal erklären können, durch Deine Unterschrift zu bekräftigen.

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